Am 22.12.2017 veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit die «Leitlinien zur Überprüfung von HeilpraktikeranwärterInnen nach § 2 des Heilpraktikergesetzes in Verbindung mit § 2 Absatz 1 Buchstabe i der Ersten Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz» – wie das Dokument offiziell heißt – im Bundesanzeiger.

Am 26.10.2017 hatte in Bonn beim Bundesministerium für Gesundheit die Anhörung zum Entwurf der neuen Leitlinien stattgefunden. Geladen waren Vertreter der Bundesländer, der HP-Verbände, des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Bundesärztekammer und weitere.
Auch der Wertverbund unabhängiger Heilpraktikerschulen war vertreten.
Zwei Tage vor Weihnachten veröffentlichte nun das Bundesministerium für Gesundheit die «Leitlinien zur Überprüfung von HeilpraktikeranwärterInnen im Bundesanzeiger.

Hier der Link:  HP-Prüfungsleitlinien-im-Bundesanzeiger


Kommentar
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Gegenüber dem Entwurf, der den Verbänden, Ländern und anderen vorlag, hat es kaum Änderungen
gegeben. Zwei Details seien hier genannt:

  • Im Punkt 2.3 „Bewertung der Überprüfungsleistungen und Bestehen“ heißt es nur noch, dass beim Nicht-Bestehen angenommen wird, das eine Gefahr für die Gesundheit für die Gesundheit der Bevölkerung oder für die PatientInnen ausgeht. Im Entwurf dagegen war noch beschrieben, dass beim Bestehen festgestellt wird, dass keine Gefahr besteht. Der Begriff „Feststellen“ wurde auch an anderen Stellen herausgestrichen. Das war bei der Anhörung dem Vertreter des deutschen Städtetages wichtig, um eine eventuelle Haftung der Amtsärzte auszuschließen.
  • Außerdem sind im mündlich-praktischen Teil der Überprüfung die praktischen Aufgaben nicht mehr als Option, sondern als ein Soll formuliert. Dazu wurde an anderer Stelle auch der Begriff „Demonstration von Fertigkeiten“ aufgenommen.

Auswirkungen:
Die Leitlinien treten am 22. März 2018 in Kraft.
Die Überprüfungen bis incl. 21. März werden davon also noch nicht betroffen sein. Überhaupt bleibt abzuwarten, wie rasch die Länder die neuen Leitlinien umsetzen. Nach wie vor sind die Länder bzw. die Gesundheitsämter für die Durchführung verantwortlich. Inwieweit sich also bei einzelnen Gesundheitsämtern die Überprüfungspraxis ab Herbst 2018 ändern wird, ist jetzt noch völlig unklar.
Als Schulenverbund werden wir – der Werteverbund – uns an der zukünftigen Entwicklung beteiligen und vor Ort das
Gespräch mit den zuständigen Gesundheitsämtern und AmtsärztInnen suchen. Wir sind z.B. gespannt darauf, wie bei den Ämtern, die bisher im mündlichen Teil keine praktischen Aufgaben gestellt haben, in Zukunft die Leitlinien umgesetzt werden sollen. Wir werden weiter berichten.