OFFENER BRIEF AN DAS PRÜFUNGSAMT

Die HP-Psychotherapie-Prüfungen am Gesundheitsamt Husum bieten seit langem Anlass für gerechtfertigten Ärger und Kritik. Daher habe ich Ende Januar 2017 – im Vorgriff auf die in 2018 in Kraft tretenden bundeseinheitlichen Überprüfungsrichtlinien – in einem OFFENEN BRIEF an die Amtsärztin sowie ihren Dienstherren, dem Landrat des Kreises Nordfriesland, eine präzise Mängelliste sowie einige dringende Verbesserungsempfehlungen formuliert – in der Hoffnung, dass diese auch schon bei den Prüfungen im Herbst in 2017 ihren Niederschlag finden werden.

Den Brief (ohne Anhänge) können Sie hier als PDF-Datei ansehen/herunterladen…

>> Zu der offiziellen Reaktion auf meinen OFFENEN BRIEF aus dem Amt Husum (Stand Juni 2017) …

Reaktionen auf den OFFENEN BRIEF aus HUSUM (Stand 07.06.2017)

Am 07.06.2017 erhielt ich – allerdings auch erst  auf Nachfragen (telefonisch, dann per Emails) ein Antwortschreiben, das zwar vom Landrat Dieter Harrsen unterschrieben, jedoch sicherlich nicht von ihm selbst erfasst wurde.

Den Inhalt dieses mehrseitigen Antwort-Briefes in Gänze hier wiederzugeben ist ziemlich müßig, da auf die wesentlichen von mir kritisierten Prüfungsaspekte nicht eingegangen wird.
– Vielmehr wurde ich über die historischen Hintergründe des ICD-10 und deren Niederschläge in den verschiedensten Lehrbüchern „aufgeklärt“ . [Ein unsinniges Unterfangen, da ich hierüber (Kapitel „Psychische Störungen“) wahrscheinlich seit Jahrzehnten mehr detailliertes Wissen besitze als mancher Amtsarzt.]
– Desweiteren wurde mir erklärt, dass Prüfungsfragen der Klausuren nicht (!) dazu gedacht seinen, geeignete von ungeeigeten Kandidaten zu unterscheiden. Die Klausur solle „ein Allgemeinwissen über das abzuprüfende Gebiet wiedergeben“ [Welches dann offensichtlich kein (?) Kriterium für eine Eignung/Nicht-Eignung darstellt?!]
– Was die unklaren/mehrdeutigen/unpräzisen Fragestellungen anbelangt, könne man sich während der Klausur ja an die anwesende Amtsärztin wenden und auf die Probleme hinweisen [ … ?!? ]
– Bezüglich der mündlichen Prüfungen käme es weniger auf die präzise Diagnosestellung als vielmehr auf „eine geordnete Anamnese“ an. [Das eine schließt aber das andere wohl kaum aus? – Ich bin verblüfft…!]
– Außerdem seien „auf Drängen des Kreises Nordfriesland“ seit ca. 1 1/2 Jahren zwei erfahrene Heilpraktikerinnen für Psychotherapie“ als engagierte Beisitzerinnen bei den Prüfungen anwesend. [Hier wäre für mich von riesigem Interesse: wo haben diese beiden Damen ihre Prüfungen abgelegt – in Husum? Hiermit würde sich die Katze in den eigenen Schwanz beißen …!  Und: in anderen Gesundheitsämtern prüfen erfahrene Psychiater – bzw. sind Beisitzer!]
– Offensichtlich wurde mein Offener Brief – samt Anhängen – nicht wirklich sorgfältig studiert – denn nur so ist eine mir gemachte Unterstellung zu erklären, ich würde behaupten, alle HPP- Prüfungskandidaten außerhalb Husums würden bei anderen Gesundheitsämtern auf Anhieb bestehen … [Das habe ich nie gesagt, sondern vielmehr: (Fast) alle meiner HPP-AnwärterInnen haben bei anderen Ämtern auf Anhieb bestanden!]
– Auf die von mir analysierten Klausuren der letzten Jahren mit ihren z.T. eklatanten Fehlern/Unsinnigkeiten wurde  nicht mal ansatzweise eingangen. [Ich frage mich, ob die Brisanz der aufgezeigten Fehler – vor allem in manchen Klausurfragen  (mit z.T.  fachlichem Blödsinn) – überhaupt zur Kenntnis genommen bzw. erkannt wurde.]

FAZIT:
Das ganze Unterfangen kommt mir vor wie das berühmte „Horneburger Schießen“!
Das einzig Gute beim Blick in die Zukunft: einheitliche Prüfungsrichtlinien ab 2018 (voraussichtlich März)!